Die Angst des weissen Mannes Peter Scholl-Latour

ISBN: 9783549073315

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449 pages


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Die Angst des weissen Mannes  by  Peter Scholl-Latour

Die Angst des weissen Mannes by Peter Scholl-Latour
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“Aus den zu Stein erstarrten Gesichtern der Soldaten spricht immer noch die Wildheit der Steppe.” So klingen zahlreiche Sätze, die der Grandseigneur außenpolitischer Berichterstattung wie in Stein meißelt. Neben Pathos, das Joseph Conrad zur Ehre... More“Aus den zu Stein erstarrten Gesichtern der Soldaten spricht immer noch die Wildheit der Steppe.” So klingen zahlreiche Sätze, die der Grandseigneur außenpolitischer Berichterstattung wie in Stein meißelt.

Neben Pathos, das Joseph Conrad zur Ehre gereicht, besteht Peter Scholl-Latours Werk aus aufmerksamen Schilderungen und unaufgeregten Analysen. Schließlich schickt der neuzeitliche Entdecker in seiner Chronik des asiatisch-pazifischen Raumes folgenden unsentimentalen Abgesang voraus: “Dieser Reisebericht ist der intensiven persönlichen Erfahrung des Autors gewidmet, dass die dominante Ära des weißen Mannes ihren Endpunkt erreicht hat.“Scholl-Latours klare Gedanken, die er in Ost-Timor, Bali, Ozeanien, Java, China, Kasachstan, Kirgistan sowie auf den Philippinen fasst, werden durch eine Reihe von historischen und geographischen Exkursen ergänzt.

Dabei geht es um Barack Obama, die brasilianische Bombe oder Chinas unaufhaltsamen Aufstieg zur Weltmacht. Die Sehnsucht nach dauerhaftem Frieden wiederum empfindet der politische Grenzgänger als romantischen Taumel. Gleichzeitig fragt der ausgebuffte Journalist, ob in einigen Regionen der Welt eine Art aufgeklärter Despotismus einem Mehrparteiensystem mit gefälschten Wahlen vorzuziehen sei.Wenn Scholl-Latour die Portugiesen Lusitanier oder die Franzosen Gallier nennt oder von „primitiven Stammeshäuptlingen“ oder „melanesischen Heiden“ in „Insulinde“ spricht, sind diese Bezeichnungen bestenfalls als altmodisch einzuschätzen.

Wenn Scholl-Latour australische Aborigines als Steinzeitmenschen einstuft, steht er aus Sicht der heutigen Völkerkunde jedoch auf Höhe des Kulturevolutionismus des 19. Jahrhunderts. Neben theoretischen Mängeln ärgern auch Details, etwa wenn Scholl-Latour zwischen ritueller und profaner Anthropophagie nicht unterscheiden will. Genauso wenig wissenschaftlich haltbar sind die immer wieder verlautbarten Biologismen, beispielsweise wenn von der „angeborenen Indolenz der Landbevölkerkung“ auf der Insel Timor gesprochen wird oder wenn Darwinismus und Sozialdarwinismus vermengt werden.Doch auch wenn Peter Scholl-Latours Theoriegebäude baufällig ist – sein Gespür für die politische Praxis beeindruckt immens.

Seine Erfahrungen aus unzähligen Auslandseinsätzen und seine Art, schwierige Zusammenhänge verständlich darzustellen, machen fast alle seine Sachbücher zu Bestsellern. So wäre es sträflich, Sachverstand und Urteilsvermögen des ausgewiesenen Pragmatikers links liegen zu lassen. Das gilt selbst für kritische Geister, die Scholl-Latours Art als Schwadronieren empfinden oder seine Schlussfolgerungen für bizarr. Vielmehr öffnet sein Opus Magnum über die Lage weiter Teile Asiens und Ozeaniens dem Leser einen neuen Horizont – ganz so wie einst die Logbücher großer alter Entdecker.– Herwig Slezak



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